Südostasien III Tag 4: Benjakitti-Park Bangkok, Ayuytthaya (Sommerpalast Bang Pa-in, Wat Chai Watthanaram, Wat Yai Chai Mongkon, Wat Mahathat, Nachtmarkt) – Das gleiche Alternativprogramm
Sparen Sie jetzt mehr als die Hälfte und bekommen sie entspanntes Frühstück und geilen Sonnenstand gratis mit dazu!
ACHTUNG: Dieser Blogpost enthält Bilder davon, wie Hirtenmainas (die hier lebenden Stare) einen Artgenossen töten (denke ich zumindest). Die Bilder enthalt keine explizite Gewalt und kein Blut.
Für 99 Euro kann man bei MPR einen Ausflug nach Ayutthaya buchen, der ehemaligen Hauptstadt Thailands. Das ist, wie immer bei MPR, gnadenlos übertrieben. Ich schätze den Einkaufspreis bei der zu erwartenden Menge an Leuten auf um die 20 Euro (inkl. Eintritte). Im Internet ist man, inkl. Eintritt, so ab um die 40 dabei, für 55 Euro sogar was Deutschsprachiges! Die meisten Ausflüge können nicht bei unserem Hotel starten. Ich finde bei meiner Suche zwei, wobei die Kurzfristigkeit (ich buche kurz vor 17 Uhr) die Auswahl offenbar ebenfalls schmälert. Da ich das Frühstück im Hotel sehr gut fand, möchte ich ungern darauf verzichten und hätte gerne etwas Späteres als das, was ich zunächst auf Viator finde. Es wird daher eine Abendausgabe, die ich bei Get Your Guide gebucht habe. Der Veranstalter möchte wissen, ob es okay ist, wenn auch chinesische Gäste dabei sind. Ich frage bei dem Anlass nochmal nach dem Programm, da ich mir nicht vorstellen kann, dass das passt, wie es angegeben ist: 11:30 los, 8 Stunden Programm, über eine Stunde Fahrt und Sonnenuntergang gegen 18:30 – irgendwas passt doch da nicht. Ich bekomme das genaue Programm zugeschickt. Stimmt. Egal, ich will ausschlafen und frühstücken, also mache ich das trotzdem. 49 Euro, inkl. Eintritte.
Nach dem Frühstück gehe ich nochmal in den Benjakitti-Park – schon mal alles mitnehmen und eine lange Hose für den Palast anziehen, dann bin ich gleich bereit zur Abfahrt. Hotel raus, links, wenige Minuten zu Fuß. Ich beobachte Vögel, die aussehen wie Mainas, aber fast ganz schwarz sind und einen Kamm haben (auch Hirtenmainas können ihren Schopf aufstellen, sehen wir gleich). Es handelt sich tatsächlich um Mainas:
Leider laufe ich in eine schlecht sichtbare Matschpfütze im Rasen und bin dann ziemlich dreckig. Also muss ich doch nochmal ins Hotel.

Als ich gerade den Gehweg entlang laufe, betrachte ich auf der anderen Seite der niedrigen Hecke eine Auseinandersetzung von Hirtenmainas. Zwei Vögel scheinen auf dritten sauer zu sein. Dieser stürzt sich durch die Hecke auf den Gehweg direkt vor mich und bleibt sitzen. Die anderen Mainas kommen aber nach und jagen ihn auf die andere Seite der Straße. Er scheint nicht mehr richtig fliegen zu können.


Ich komme näher. Die beiden Angreifer verschwinden. Der Angegriffene liegt ähnlich wie auf dem ersten Bild, nur um 180° gedreht (Bauch aber oben). Sein linker Fuß zuckt, sonst ist er bewegungslos. Die Augen sind geöffnet. Ist der jetzt tot? Ich bin mir nicht sicher. Jemand anders im Baum über mir hingegen schon:

Ich schaue mich noch ein bisschen um.

Wenn ich mich jetzt noch umziehen will, muss ich aber so langsam zurück. Der Maina liegt nicht mehr da, aber es sind auch jede Menge Mitarbeiter des Parks in der Umgebung. Ich könnte mir vorstellen, dass ihn jemand entsorgt hat. Für mehr Frieden in der Tierwelt poste ich jetzt die Taube, die direkt vor mir auf dem Zaun am Ausgang sitzt, als ich den Park verlassen will:

Die Abholung für den Ausflug ist eine Viertelstunde zu spät – 12:05 statt 11:50. Egal, Hauptsache er findet statt. Es Wir müssen noch zwei weitere Orte anfahren. Unser erstes Ziel erreichen wir gegen 14 Uhr.

Der Sommerpalast in Bang Pa-in wurde von König Prasat Thong 1632 errichtet. 1766/1767 wurde er von einfallenden Burmesen zerstört – wie eigentlich alles, was wir heute besuchen. Die Ruinen lagen dann 80 Jahre brach, bis Rama IV. einiger Gebäude errichten ließ. Die heutigen Gebäude stammen von Rama V.
Wer gestern gut aufgepasst hat, kann es erraten: Es ist nahezu alles im europäischen Stil gehalten. Ein neoklassizistisches Gebäude hier, ein norddeutscher Leuchtturm da.



Neben einem Schrein im traditonellen Maiskolben-Stil der Khmer (der heißt echt so) gibt es noch ein weiteres Gebäude, das im thailändischen Stil errichtet wurde:

Diese wurde von Rama V. zum Andenken an seine Lieblingsfrau errichtet. Sie starb als einziges Opfer, als die königliche Schute (Royal Barge) kenterte. Da das Berühren der Frauen des Königs mit Todesstrafe belegt war, ließen die Retter die schwangere Frau folgerichtig ertrinken.
(Dramathurgische Pause)
Darum, liebe Herrscher, bei Gesetzen immer genau nachdenken. Mich erinnert das an einen Strand auf La Palma, wo ein Rettungsring in einem (nicht umzäunten) Gebiet hängt, vor dem ein „Betreten verboten“-Schild steht, und ich damals auf dem Blog schrieb, dass Deutsche sich natürlich daran halten und Schwimmer ertrinken lassen würden. Ordnung muss sein.
Sein Nachfolger ließ eine lebensgroße Statue von Rama V. aufstellen.

Ich hätte gerne ein besseres Bild davon gemacht, aber die Rasensprenger sind an.

Das soll zumindest es laut Guide zumindest sein. Der Hase ist offenbar an ein Franchise angelehnt, das mir gerade nicht einfällt, während der „Affe“ mich eher an einen Quaggan aus Guild Wars 2 erinnert.

Der untere Teil ist in Gerüste eingekleidet. Durch die Korkaden passt er nicht zu einem Leuchtturm.
Jetzt kommen wir zum letzten Gebäude auf unserem Rundgang.


Das Gebäude wurde von chinesischen Kaufleuten aus dem nahen Ayatthuya für Rama V. errichtet. Das Material ließen sie aus China importieren.

Wat Chai Watthanaram
Auch Wat Chai Watthanaram wurde von König Prasat Thong errichtet, allerdings schon 1630 als sein erster Tempel. Den Ort wählte er, weil seine Mutter hierher kam.

Wie man sieht, steht die Sonne gerade sehr praktisch.

Wie bereits der Sommerpalast wurde auch Wat Chai Watthanaram von den Burmesen zerstört. Sie haben den zahlreichen Buddha-Statuen die Köpfe und Arme abgeschlagen.


Auf dem Weg zum nächsten Tempel bekommen wir Roti Sai Mai, im Prinzip ein sehr dünnes Fladenbrot mit Zuckerwatte ist. Die Ausführung, die wir direkt vom Strand and er Straße bekommen, würde ich als normalen Crêpe mit einer ziemlich knusprigen Füllung aus Kadaífi (Engelshaar) beschreiben.
Wat Yai Chai Mongkon (auch Wat Yai Chai Mongkhon)
Wat Yai Chai Mongkon sieht auf den ersten Blick kaum anders aus als der vorherige Tempel. In der Mitte ist aber kein Prang sondern ein Chedi, der höchste des Ortes. Außerdem ist das hier einigermaßen intakt, obwohl der Tempel bereits 1357 erbaut wurde. Er wurde nämlich wieder aufgebaut. Er gehört allerdings nicht um Welterbe der Unesco, die den Wiederaufbau verbietet.


Der Chedi kann bestiegen und oben betreten werden.


Außerdem soll es hier einen liegenden Buddha geben. Ich finde ihn aber zunächst nicht, zumal der Guide nicht mit reingekommen ist. Auf dem Weg nach draußen sehe ich einen liegenden Buddha, der auf der deutschen Wikipedia ist viel größer (die englische Wikipedia erwähnt keinen).

Wat Mahathat
Wat Mahathat in Ayutthaya ist das Herzstück der Unesco-Welterbe-Städte. Dementsprechend liegt auch dieses Gebäude in Ruinen. Einer der Buddha-Köpfe, den die Burmesen abgeschlagen haben, ist von den Wurzeln eines Bodhi-Baums eingeschlossen worden. Ein Zeichen, da Buddha unter einem Bodhi-Baum die Erleuchtung erhalten haben soll.

Der Bau wirde 1374 begonnen, die meisten heute sichtbaren Gebäude sind aber zeitlich näher an dem Burmesen-Angriff einzuordnen.



Nach dem Besuch des Tempels können wir noch den Nachtmarkt von Ayutthaya besuchen. Es gibt dort viel zu essen, aber auch Klamotten. Preise sind okay. Ich esse einen kleinen Wrap mit Rinderkebab für 50 Baht.

Bei unserer Abfahrt ist es noch recht hell (siehe obiges Bild). Bilder wie bei der Beschreibung auf Get Your Guide wären, bei ansonsten gleichem Programm, frühestens eine Viertelstunde später möglich, also allenfalls um die Wintersonnenwende herum. Der Nachtmarkt ist direkt gegenüber vom Parkplatz des Tempels und man wird vermutlich gegen 18:30 aus dem Tempel rausgeschmissen, wobei man den Tempel auch von außerhalb des kostenpflichtigen Bereichs fotografieren kann, der zumindest von Westen frei zugänglich scheint (man parkt aber im Südosten). Die Öffnungszeiten in Google Maps sind mal Öffnungszeiten (so wie hier) und mal die letzten Einlasse (wie beim Tempel davor).
Der Sonnenstand auf dieser Tour war absolut perfekt.
Nach Rückkehr zum Hotel gegen 20:25 treffe ich die anderen (zufällig) auf dem nahen Nachtmarkt. Danach spielen wir Werwölfe. Die Gruppe (9 Leute) schafft es, dass in einer Nacht vier Dorfbewohner sterben (die Werwölfe töten die verliebte Hexe, die tötet den Jäger und der Jäger tötet einen normalen Dorfbewohner) – das ist eine Leistung. In der folgenden Runde gewinnen die Dorfbewohner recht schnell.
Ich konnte bisher nicht klären, was genau die Gruppe gemacht hat. Den ersten Tempel und letzten Tempel haben sie auch gemacht, aber sie haben nicht den zweiten Tempel und den Sommerpalast besucht, waren dafür aber in einem anderen Tempel, sagen sie. Mich würde auch interessieren, bei wem es voller war. Ich fand meine Tour auf jeden Fall richtig gut.
Südostasien III Tag 3: Bangkok (Flussrundfahrt, Großer Palast, Wat Kho, Wat Arun, Chinatown) – Tempelland
Erst gibt es einen Palast, dann einen Tempel und dann noch einen Tempel. Und zum Schluss Kohl und Kondome.
Flussrundfahrt
Wir schon beim letzten Mal durch eine südostasiatische Hauptstadt sind wir auch heute mit den ÖFfis unterwegs. Mit dem BTS Skytrain fahren wir nach Saphan Taksin. Das ist ein Umsteigepunkt zwischen dem Skytrain und den Booten auf dem Chao Phraya. Ähnlich wie in Hamburg existiert hier eine Fährlinie (City Line), die Teil des Nahverkehrs ist. Man erkennt die Boote am Fehlen eines Sonnendecks, das alle Touri-Boote habe und das auch gut genutzt wird.
Wir sind zwar auch Touris, aber wir fahren nicht mit einem riesigen Touriboot (wo hunderte Leute draufpassen und drauf sind) sondern mit dem hier:


Beim Wat Suwannaram (Wat heißt Tempel) an einem Nebenfluss Khlong Bangkok Noi dürfen wir die Welse füttern. Sie wissen nämlich offenbar, dass es hier Brot gibt – und dass sie hier nicht gefangen werden dürfen.

Gerade als Guide Jet sagt, dass es zu warm für Warane ist, sehen wir gleich mehrere am Ufer liegen.

Früher gab es mehr Kanäle (Khlong) in Bangkok. Die wurden dann aber oft zugeschüttet, um Straßen zu bauen.
An der Mündung des Chak Phra drehen wir um und fahren zurück. Wobei, nicht ganz zurück:
Großer Palast
Der Große Palast von Bangkok (er hat keinen anderen gebräuchlichen Namen) wurde 1782 gebaut, gleichzeitig mit der Stadtgründung durch Rama I. Der Komplex ist 218.000 m² groß.
Wat Phra Kaeo
Hauptattraktion ist der Ensemble Wat Phra Kaeo. Hier befinden sich königliche Pantheon zu Ehren der vorherigen neun Könige (Rama I. bis IX.), ein Turm mit der Asche von Buddha und ein Tempel des Smaragd-Buddha (auf Deutsch auch als Jade-Buddha bezeichnet).





Links das Goldene ist der Turm mit der Buddha-Asche.
Im Tempel des Smaragd-Buddha darf man nicht fotografieren. Man darf aber ausdrücklich von draußen hinein fotografieren.

Der Buddha wird abhängig von der Jahreszeit eingekleidet. Heute ist es zwar 35°, aber es ist Winter. Da ist er komplett angezogen. Thailand hat nur 3 Jahreszeiten, es gibt also auch nur drei Kleider für Buddha.
Rest des Großen Palastes
Die Königsmutter ist im Oktober gestorben. Sie wird dann ein Jahr lang im Phra Thinang Dusit Maha Prasat aufgebahrt, damit Thailänder aus dem ganzen Land kommen können (schwarz gekleidet), um ihr die letzte Ehre zu erweisen.

Der Chakri Maha Prasat wurde vor ca. 140 Jahren von Rama V. erbaut. Er war als erster König in Europa und hat auf deiner Rundreise viele Länder gesehen. Er hat einen englischen Architekten beauftragt, ihm einen Palast zu bauen. Vorbild war der Buckinham Palace, wobei letztlich auch noch ein typisch thailändisches Dach drauf gesetzt wurde.
Das Gebäude ist somit kein Kolonialbau – Thailand war auch nie Kolonie, was der heutige Name ausdrückt – das freie Land.
Wat Pho (Wat Photharam)
Wat Pho, ein eigentlich veralteter Name, ist bekannt für den liegenden Buddha.


Die Fußsohlen des Buddha zeigen jeweils 108 Perlmutt-Bilder, in der Mitte das Chakkra, drum herum verschiedene weitere Darstellungen, die nicht mehr so ganz sicher gedeutet werden können.

Die Anlage selbst ist deutlich größer als nur der Tempel mit dem Liegenden Buddha. Wir bekommen dazu keine Erklärung, daher hier beispielhaft ein Bild:

Links die kleinen Hauben nennt man Chedi Rai. 71 Stück gibt es. Man kann sich darin bestatten lassen (Feuerbestattung, wie immer im Buddhismus). Das Gebäude hinten rechts enthält eine Galerie mit zig Buddhas, alle etwa ein Meter hoch.


Wir fahren mit der MRT Blue Line (mit der ich gestern auch schon gefahren bin) nach Samyan Mitrtown und dann noch ein winziges Stück mit dem Bus zum MBK Center, einem riesigen Einkaufszentrum. Wir gehen von dort zum Siam Center, einem anderen großen Einkaufszentrum, um dort etwas zu essen. Es ist recht schwer, etwas Thailändisches zu finden. Das meiste scheint Koreanisch zu sein.
Wat Arun
Nach dem Mittagessen fahre ich allein wieder zum Saphan Taksin. Von dort fahre ich mit der Fähre zum Tempel der Morgenröte.

Die Anlage ist wieder sehr weitläufig. Man bekommt am Eingang einen Stempel auf den Handrücken, da man zum Teil über öffentliche Straßen zu laufen scheint.

Ich hatte gehofft, man könnte da höher drauf. Aber man kann nur den Rundgang im ersten „Stock“ machen und nicht weiter hoch (sie folgendes Bild).

Ich habe gehört, es soll hier irgendwo Darstellungen von Buddha geben, wie er mit einem Schwert auf einem Pferd sitzt. Ich konnte keine finden.

Eigentlich hatte ich gehofft, von hier einen besseren Blick auf die Stadt zu haben, aber dafür hätte man höher kommen können. Daher jetzt noch drei Bilder von vor dem Tempel.

Und da heute mal wieder Gegenteiltag ist, gibt es jetzt den Tempel der Morgenröte – im Abendrot.

Und auf die Skyline von Bangkok gucken kann man von hier auch. Wenn auch nicht wirklich gut.

Während die Kamera das obige Bild noch fertigstellt, werde ich rausgeworfen. Es ist 19 Uhr. Die Fähre kommt auch gerade. Ich fahre nach Chinatown, weil die Gruppe da hin wollte, aber sie wohl eine Stunde später als zunächst gedacht und von mir angenommen.

Ich finde aber nichts zum Essen und fahre zurück zum Hotel. Wobei, ich steige im Lumphini-Park aus und laufe von dort zum Hotel. Unterwegs gibt es aber nichts zu sehen. Dann besuche ich das Restaurant, das ich gestern schon erwähnt habe. Es begrüßen mich zwei Figuren aus Kondomen.

Drin sind weitere Kondomfiguren, z.B. Santa Condom (Weihnachtsmann). An sich ist das ein normales (aber recht teures) gut bewertetes Restaurant. Es soll wohl dazu dienen, dass Leute von der Prostitution weg kommen und lieber hier arbeiten. Es sind aber auch viele Männer hier angestellt.
Es gibt auch einen Souvenirladen und das bereits gestern erwähnte Coffee & Condoms. Deren Motto ist „Unsere Getränke und Gebäck machen dich garantiert nicht schwanger“. Beim Bezahlen wird ein Korb auf den Tisch gestellt. Darin: Kondome. Sie ziehen es hier wirklich durch. Und selbst die Lampen ähneln einem Kondom.
Südostasien III Abend 2: Bangkok – Night One in Bangkok
Murray Head hatte eine Nacht in Bangkok. Wir haben drei. Hier kommt die erste.
Ich bin mal wieder mit der Young Line unterwegs. Diesmal geht es um die Reise Auf der Bambusroute nach Phuket. Erstmals kann man bei MPR offiziell die Reise ohne Flug buchen. Das habe ich gemacht.
Meine Flüge habe ich mit Finnair gebucht, weil ich einen langen Flug haben wollte, um zu schlafen. Offiziell geht nämlich nur Emirates (eventuell noch Thai?) und bei Emirates mit zwei Mittelstreckenflügen kann ich nicht schlafen.
Der Flughafen Vantaa hat zwar kaum mehr Passagiere (knapp 17 Mio.) als der Flughafen in Hamburg (knapp 15 Mio.), ist aber um ein Vielfaches größer. Während man sich in Hamburg nicht verlaufen kann, da alle Gates in einer geraden Linie liegen, kann man sich in Finnland gut verlaufen. Dafür sind die Wartebereiche großzügiger.
Es gibt einen Bereich, der mit einer 1,5 Meter hohen 360°-Videowand auf 4 Meter Höhe oder so die Jahreszeiten in zufälligen Regionen Finnlands simuliert, alle 10 Minuten wechseln. In der Ecke spielen fünf Musiker ein kleines Konzert: Sie spielen drei Lieder der neuen Musik von Finnair. Dazu gibt es, wie bereits auf dem Zubringer mit N°rra (Nordic Reg for Finnair) kostenlos Blaubeersaft.
In Helsinki ist die Zeit stehen geblieben und es gibt eine „Christmas Cabin“, ein weihnachtlich dekoriertes Holzhaus. Ebenfalls gibt es „Quiet Pods“ (Ruhekapseln), wo man sich mit max. zwei Leuten reinsetzen kann. Drinnen gibt es zwei Steckdosen und einen Fernseher/Bildschirm, an den man seinen Laptop per HDMI anschließen kann (Kabel vorhanden). Das finde ich toll.
Der Flug geht, aus Gründen die ich nicht erkennen kann, mit einiger Verspätung los. Es ist mein erster Flug mit einem A350, genauer dem 359, und ich höre die gerade eben erschienene neueste Folge des Luftfahrt-Podcasts AvTalk – und das ist Folge 359, die sie auch selbst „die Airbus-A350-900-Folge“ nennen.
Das Check-in-System hat mir freundlicherweise auf beiden Flügen einen Fensterplatz am Notausgang zugewiesen. Besser hätte ich es selbst nicht machen können – was mich gut 100 Euro gekostet hätte. Also auf dem Rückflug wieder sofort einchecken, wenn's möglich ist.
War ich auf dem Austrian-Flug schon vom Mangel an Zahnpasta überrascht (ich hatte meine vergessen, sonst hätte ich die nicht gebraucht) und auch bei Qatar war die Nachtflug-Ausrüstung spärlich, gibt es bei Finnair ... eine Decke. Nicht mal eine wirklich dicke und nicht mal ein Kissen. Soll wohl nordisch spartanisch sein.
Egal, ich hab's überlebt und sogar um die 5 Stunden gepennt. Yay.
Selber den Flug zu buchen heißt bei MPR inzwischen, auch selbst zum Hotel zu kommen. Also fahre ich mit dem ARL (Airport Rail Link). Der fährt auch eher so, wie er lustig ist und nicht so, wie es auf Google Maps steht.
Noch etwas ist falsch auf Google Maps: „Nicht zu voll“. Es passt bereits am Startbahnhof (dem Flughafen) kaum noch einer rein, beim ersten Halt ist das Ding dann komplett voll und niemand kommt mehr rein. Jetzt könnte man das auf unterschiedliche Definitionen von „voll“ in Europa und Asien schieben, aber Google erklärt ganz genau, was es unter welcher Bewertung versteht. Daran kann's also auch nicht liegen.
Immerhin: Seit diesem Monat kann man einfach mit einer Kreditkarte fahren, statt ein Ticket zu kaufen.
Den Anschluss zur Blue Line des MRT kriege ich durch die Verspätung nicht. Wobei man das auch nicht so genau sagen kann, denn auch der MRT fährt, wie er lustig ist. Ich bin dennoch schneller, als die Gruppe mit dem Thai-Direktflug (Landung 40 Minuten nach mir), die abgeholt werden. Das heißt: Ich kriege als erstes ein Wassereis mit Cola-Geschmack als Willkommensgruß im Hotel.
Da es Leute mit dem Direktflug gibt, findet heute kein richtiges Programm mehr statt. Ich treffe vier aus der früher gelandeten Emirates-Gruppen (es gab zwei) beim Pool auf dem Dach. Hätte die Reise einen Tag später begonnen, wären wir statt zu 25. nur zu 6. gewesen, da gerade der Nahostkrieg ausgebrochen ist und die Golf-Flughäfen gesperrt sind.

Dann gehe ich zum Benjakitti-Park (auch Benchakitti). Eine Girlgroup (plus ein Typ als Schlagzeuger) spielt Cover.


Auf Benjakitti-See kann man sich entförmige Tretboote leihen (ja, leihen, nicht mieten). Als ich am See vorbeispatziere, höre ich ein „What you doing? What you doing?“ und dann kollidieren zwei Tretboote frontal.
Der eigentliche Benjakitti-Park liegt auf der anderen Seite des Benjakitti-Wald-Museums. Warum Waldmuseum? Auch der Benjakitti-Park ist eigentlich ein Sumpfwald.

Zwei Hörnchen spielen fangen. Das macht es schwer, sie zu fotografieren, und ich brauche 10 Minuten, bis mir ein Foto gelingt.


Jetzt aber schnell zum Hotel. Heute ist Abendessen inklusive. Es gibt Set-Dinner im Doi Soi 12, als fünf Gerichte und Reis (beliebig viel Reis). In der gleichen Straße befindet sich auch ein Laden namens „Cabbage and Condoms“ (Kohl und Kondome) und „Coffee and Condoms“. Ich frage lieber nicht, was es damit auf sich hat.

Falls ihr euch fragt, was es mit den Nummern auf sich hat: Es gibt hier eine Hauptstraße namens Sukhumvit, was auch der Name des Viertels ist. Die davon abgehenden Straßen sind nummeriert. Die Nummerierung ist nicht ganz konsequent, denn nach dem Essen gehen die meisten von uns zum Above Eleven – das Hotel Gallerie 10 liegt zwischen der Straße mit dem Above Eleven und dem Restaurant Doi Soi 12.
Das Above Eleven ist eine peruanische Rooftop-Bar im 32. Stock des Fraser Suites. Die Preise sind entsprechend hoch. Dann muss ich das auch für vernünftige Fotos nutzen. Immerhin habe ich mein Stativ dabei.




Gegen 20 vor 22 brechen wir auf zum Hotel.
Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Abend 7: Licht- und Ton-Show im Karnak-Tempel – Nachts im Tempel
Was mögen sich die Könige wohl beim Bau des Karnak-Tempels gedacht haben? Und wie sieht es da nachts eigentlich aus? Diese Fragen klärt die Licht- und Ton-Show.
Für 48 Euro kann man die Licht-und-Ton-Show nach Sonnenuntergang im Karnak-Tempel buchen. Es finden heute zwei Vorstellunge statt, eine englische um 19 und eine arabische um 20. Es gibt wohl an manchen Tagen auch eine Deutsche. Die sieben, kein Englisch können, kriegen Kopfhörer für die Übersetzung. Zwei andere und ich brauchen das nicht. Aufgrund der Verwendung leicht archaischen Vokabulars ist die englische Tonspur nicht die einfachste.

Im Prinzip funktioniert das so: Man startet vor dem Tempel. Der Weg rein ist zunächst abgesperrt. Dann läuft das ein bisschen wie wenn man die Tonspur mit dem Kommentar des Regisseurs auf einer DVD anmacht: Diverse Könige erzählen, was sie sich bei der Erweiterung des Tempels gedacht haben. Außerdem werden ein paar Storys drumherum erzählt (also was sonst so in Ägypten abging). Außerdem wird ein bisschen was angestrahlt und projiziert. Das ganze wird an drei weiteren Stellen wiederholt: Zwischen erstem und zweitem Pylon, in der Großen Hypostylhalle und auf einer Tribüne am Heiligen See. Der Spaß dauert genau 1 Stunde. Offiziell kostet er 24 USD, aber Phoenix möchte 48 Euro dafür. Das schließt einen Transfer ein, wobei man die 1,5 Kilometer wohl auch zu Fuß laufen könnte, aber ich hätte wohl nicht mehr den Eingang gefunden, von daher egal.
Die Mitnahme eines Stativs ist erlaubt. Das erklärt die gute Bildqualität und dass man die Sterne am Himmel erkennen kann.



Die Beleuchtung der einzelnen Teile der Tempels während der Show passt nicht wirklich zum Gesprochenen. Nur wenn Bilder von Königen projiziert werden, passen die natürlich zum aktuellen Sprecher. Das sieht man auf dem zweiten Bild in diesem Post.

Der Spuk dauert genau eine Stunde. Dann kann man durch den Tempel zurücklaufen. Da die andere Show schon gestartet ist, soll man sich nicht ewig Zeit lassen, so 15 bis maximal 20 Minuten werden toleriert.
Am Abend ist die Bauchtanz- und Derwisch-Show an Bord. Sie ist nach einer guten halben Stunde aber auch schon wieder vorbei. Zu meiner Überraschung wurde kein Trinkgeld gesammelt.
Technischer Hinweis für mich selbst: Weißabgleich = −1 (für den blauen Himmel)
Ägypten II Nachmittag 7: Tal der Könige – Vervollständigungstour
Zwei Gräber fehlen mir, und die kommen jetzt. Und noch ein bisschen mehr.
Dieser Post entstand bis zum Rückflugtag (18. Januar). Es zeigt mal wieder, warum ich meine Posts nach Möglichkeit direkt vor Ort machen sollte. Allerdings war das Programm nach Ankunft in Luxor sehr dicht und nach Ankunft am Roten Meer danach war ich erstmal eine Woche krank.
Ich habe nachgezählt: Zwei Gräber fehlen mir im Tal der Könige: KV1 und KV43. Plus WV23 im Tal der Affen. Mit meiner Dokumenation von KV11 und KV9 war ich nicht ganz zufrieden. Ich frage unseren Reiseleiter Mohamed, wie viel ein Transfer kosten würde: 15 Euro. Kann man (noch)mal machen.
Als wir gegen 14:40 anlegen (geplant war schon fast eine Stunde früher) geht’s direkt zu meinem Fahrer und der bringt mich zum Tal der Könige. Unterwegs hält er auf einer (wenig befahrenen) dreispurigen Straße mit baulicher Trennung auf der linken Spur an und rennt über die Trennung und die andere Fahrtrichtung zu einem Laden, um Handyguthaben zu kaufen...
Ich informiere mich am Ticketschalter, wie man zu Eje II. kommt: Ticket da kaufen, dann raus und links.
KV43 (Thutmosis IV., auch Thutmose IV. genannt)
Zum Zeitpunkt meines Besuchs ist KV43 das einzige zugängliche Grab, das auf der deutschen Wikipedia keinen Artikel hat. Und das einzige, das einen spiralförmigen Aufbau hat. Thutmosis IV. regierte zu Beginn des 14. Jh. v.Chr. für etwa 10 Jahre.

Der Weg zu KV43 ist ein bisschen länger. Es ist auch nichts in der Nähe, was geöffnet haben könnte. Das nächstgelegene geöffnete Grab ist KV17 (Sethos I.).

Bei meinem letzten Besuch hatte ich die Brunnenkammer in KV17 (Sethos I.) als ungewöhnlich bezeichnet – hier bei Thutmosis IV. gibt es aber auch eine. Im Plan auf dem Schild vorm Grab ist eine Nebenkammer am Boden des Brunnenraums eingezeichnet, die ich habe nicht finden konnte.

Der gelbe Hintergrund wurde in diesem Grab erstmalig eingeführt.
Die Darstellungen links zeigen, wie Thutmosis IV. das Lebenssymbol Anch von Osiris, Osiris, Anubis, Hathor, Hathor und Hathor erhält (v.l.n.r.). Hinten links neben der Tür ist noch einmal Anubis zu sehen. Die Decke ist mit einem Sternenhimmel dekoriert.

Die Grabkammer ist undekoriert, ebenso die Nebenräume derselbigen sowie die Säulenhalle (ohne eigenen Namen, da nur durch einen Höhenunterschied und nicht durch Wände abgetrennt). Der Sarkophag zeigt vom Eingang aus gesehen auf der Stirnseite (die auch das Kopfende ist) Nephthys und an der Seite dreimal Thutmosis IV. und einmal Anubis. Auf den gegenüberliegenden Seite ist praktisch dasselbe in spiegelverkehrt, außer dass statt Nephthys Isis zu sehen ist, und dann sich neben den vier Personen noch Hathor-Augen befinden.


Highlight des Grabes ist im Prinzip Kammer I, neben der oberen rechten Wand und Decke des Brunnenraums die einzige dekorierte.

Hier befindet sich an einer Wand (rechts des Ausschnitts) ein Graffiti, das die Überprüfung des Grabes im achten Regierungsjahr von Haremhab (ca. 1300 v.Chr.) bezeugt, was absolut nicht üblich ist. Die Umbettung in KV35 (Versteck diverser Mumien, da nach Vorstellung der alten Ägypter eine vollständige Mumie im Jenseits benötigt würde) erfolgte erst später.
Für eine Regierungszeit von 10 Jahren finde ich es wirklich seltsam, dass so wenig dekoriert wurde. Länge hatte wohl Priorität. Nur die wenigsten Könige lebten wirklich lange, was unter anderem auf die exzessive Inzucht zurückgeführt wird.
Entsprechend seiner Lage ist im Grab wenig los. Wer keine Menschenmassen mag, sollte die entlegeneren Gräber besuchen (KV14, KV15, WV23, KV43, KV47) und den Rest nach 16 Uhr. Das Tal schließt offiziell um 17 Uhr, zwischen 16:40 und 16:45 werden aber bereits die Bürgersteige hochgeklappt.
Dem Aufpasser, der mir die Führung gibt, gebe ich 30 LE. Das scheint für ihn absolut okay zu sein. Ich habe schon andere Reaktionen für mehr Geld und/oder weniger Arbeit gesehen.
KV19 (Montuherchepschef, auch Mentuherkhepeshef)
Das Grab ist geschlossen und sehr kurz. Montuherchepschef war allerdings auch nie König sondern nur Prinz als Sohn von Ramses IX.

Verdammt, schon viertel nach 16. Und ich hab noch drei Gräber vor mir! Zum Glück ist das nächste Grab, KV1, genau so klein wie KV19:
KV1 (Ramses VII.)
Irgendwie finde ich es lustig, dass ausgerechnet das Grab Nummer eins das letzte Grab ist, das mir noch fehlt. Damit habe ich alle gegenwärtig besuchbaren Gräber im Tal der Könige gesehen, mit der erwähnten Ausnahme von WV23. Eine Rückkehr in Tal lohnt sich somit nicht, erst recht nicht bevor ich ein weitwinkligeres Objektiv habe (wobei ich nicht weiß, ob ich eines kaufen will).

Man geht davon aus, dass Grabkammer J ursprünglich Korridor C war. Das würde auch die Breite von Grabkammer J erklären, die nur wenig Breiter als Korridor B und Kammer K sind, wobei letztere auch ursprünglich Korridor D gewesen zu sein scheint. Normalerweise hat ein Grab 10 Bestandteile (Korridore, Kammern, Grabkammer, Säulenhalle, Brunnen usw.), wobei der zehnte die Grabkammer J ist und A der Eingangsbereich (weshalb A hier nie erwähnt wird). Bei KV1 sind nur A, B, J und K vergeben.



Jetzt kommen noch zwei Wiederholungen von Gräbern, bei denen mir beim letzten Mal Bilder fehlten:
KV9 (Ramses V./VI.)
Hier fehlten mir vor allem Bilder aus Grabkammer J:

Und, ach ja, und ich bin jetzt der einzige im Grab. Das kann man dann auch nutzen:



Mein Taxifahrer hat auf mich gewartet und bringt mich zurück zum Schiff.

geschrieben von Janni