Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Abend 7: Licht- und Ton-Show im Karnak-Tempel – Nachts im Tempel
Was mögen sich die Könige wohl beim Bau des Karnak-Tempels gedacht haben? Und wie sieht es da nachts eigentlich aus? Diese Fragen klärt die Licht- und Ton-Show.
Für 48 Euro kann man die Licht-und-Ton-Show nach Sonnenuntergang im Karnak-Tempel buchen. Es finden heute zwei Vorstellunge statt, eine englische um 19 und eine arabische um 20. Es gibt wohl an manchen Tagen auch eine Deutsche. Die sieben, kein Englisch können, kriegen Kopfhörer für die Übersetzung. Zwei andere und ich brauchen das nicht. Aufgrund der Verwendung leicht archaischen Vokabulars ist die englische Tonspur nicht die einfachste.

Im Prinzip funktioniert das so: Man startet vor dem Tempel. Der Weg rein ist zunächst abgesperrt. Dann läuft das ein bisschen wie wenn man die Tonspur mit dem Kommentar des Regisseurs auf einer DVD anmacht: Diverse Könige erzählen, was sie sich bei der Erweiterung des Tempels gedacht haben. Außerdem werden ein paar Storys drumherum erzählt (also was sonst so in Ägypten abging). Außerdem wird ein bisschen was angestrahlt und projiziert. Das ganze wird an drei weiteren Stellen wiederholt: Zwischen erstem und zweitem Pylon, in der Großen Hypostylhalle und auf einer Tribüne am Heiligen See. Der Spaß dauert genau 1 Stunde. Offiziell kostet er 24 USD, aber Phoenix möchte 48 Euro dafür. Das schließt einen Transfer ein, wobei man die 1,5 Kilometer wohl auch zu Fuß laufen könnte, aber ich hätte wohl nicht mehr den Eingang gefunden, von daher egal.
Die Mitnahme eines Stativs ist erlaubt. Das erklärt die gute Bildqualität und dass man die Sterne am Himmel erkennen kann.



Die Beleuchtung der einzelnen Teile der Tempels während der Show passt nicht wirklich zum Gesprochenen. Nur wenn Bilder von Königen projiziert werden, passen die natürlich zum aktuellen Sprecher. Das sieht man auf dem zweiten Bild in diesem Post.

Der Spuk dauert genau eine Stunde. Dann kann man durch den Tempel zurücklaufen. Da die andere Show schon gestartet ist, soll man sich nicht ewig Zeit lassen, so 15 bis maximal 20 Minuten werden toleriert.
Am Abend ist die Bauchtanz- und Derwisch-Show an Bord. Sie ist nach einer guten halben Stunde aber auch schon wieder vorbei. Zu meiner Überraschung wurde kein Trinkgeld gesammelt.
Technischer Hinweis für mich selbst: Weißabgleich = −1 (für den blauen Himmel)
Ägypten II Nachmittag 7: Tal der Könige – Vervollständigungstour
Zwei Gräber fehlen mir, und die kommen jetzt. Und noch ein bisschen mehr.
Dieser Post entstand bis zum Rückflugtag (18. Januar). Es zeigt mal wieder, warum ich meine Posts nach Möglichkeit direkt vor Ort machen sollte. Allerdings war das Programm nach Ankunft in Luxor sehr dicht und nach Ankunft am Roten Meer danach war ich erstmal eine Woche krank.
Ich habe nachgezählt: Zwei Gräber fehlen mir im Tal der Könige: KV1 und KV43. Plus WV23 im Tal der Affen. Mit meiner Dokumenation von KV11 und KV9 war ich nicht ganz zufrieden. Ich frage unseren Reiseleiter Mohamed, wie viel ein Transfer kosten würde: 15 Euro. Kann man (noch)mal machen.
Als wir gegen 14:40 anlegen (geplant war schon fast eine Stunde früher) geht’s direkt zu meinem Fahrer und der bringt mich zum Tal der Könige. Unterwegs hält er auf einer (wenig befahrenen) dreispurigen Straße mit baulicher Trennung auf der linken Spur an und rennt über die Trennung und die andere Fahrtrichtung zu einem Laden, um Handyguthaben zu kaufen...
Ich informiere mich am Ticketschalter, wie man zu Eje II. kommt: Ticket da kaufen, dann raus und links.
KV43 (Thutmosis IV., auch Thutmose IV. genannt)
Zum Zeitpunkt meines Besuchs ist KV43 das einzige zugängliche Grab, das auf der deutschen Wikipedia keinen Artikel hat. Und das einzige, das einen spiralförmigen Aufbau hat. Thutmosis IV. regierte zu Beginn des 14. Jh. v.Chr. für etwa 10 Jahre.

Der Weg zu KV43 ist ein bisschen länger. Es ist auch nichts in der Nähe, was geöffnet haben könnte. Das nächstgelegene geöffnete Grab ist KV17 (Sethos I.).

Bei meinem letzten Besuch hatte ich die Brunnenkammer in KV17 (Sethos I.) als ungewöhnlich bezeichnet – hier bei Thutmosis IV. gibt es aber auch eine. Im Plan auf dem Schild vorm Grab ist eine Nebenkammer am Boden des Brunnenraums eingezeichnet, die ich habe nicht finden konnte.

Der gelbe Hintergrund wurde in diesem Grab erstmalig eingeführt.
Die Darstellungen links zeigen, wie Thutmosis IV. das Lebenssymbol Anch von Osiris, Osiris, Anubis, Hathor, Hathor und Hathor erhält (v.l.n.r.). Hinten links neben der Tür ist noch einmal Anubis zu sehen. Die Decke ist mit einem Sternenhimmel dekoriert.

Die Grabkammer ist undekoriert, ebenso die Nebenräume derselbigen sowie die Säulenhalle (ohne eigenen Namen, da nur durch einen Höhenunterschied und nicht durch Wände abgetrennt). Der Sarkophag zeigt vom Eingang aus gesehen auf der Stirnseite (die auch das Kopfende ist) Nephthys und an der Seite dreimal Thutmosis IV. und einmal Anubis. Auf den gegenüberliegenden Seite ist praktisch dasselbe in spiegelverkehrt, außer dass statt Nephthys Isis zu sehen ist, und dann sich neben den vier Personen noch Hathor-Augen befinden.


Highlight des Grabes ist im Prinzip Kammer I, neben der oberen rechten Wand und Decke des Brunnenraums die einzige dekorierte.

Hier befindet sich an einer Wand (rechts des Ausschnitts) ein Graffiti, das die Überprüfung des Grabes im achten Regierungsjahr von Haremhab (ca. 1300 v.Chr.) bezeugt, was absolut nicht üblich ist. Die Umbettung in KV35 (Versteck diverser Mumien, da nach Vorstellung der alten Ägypter eine vollständige Mumie im Jenseits benötigt würde) erfolgte erst später.
Für eine Regierungszeit von 10 Jahren finde ich es wirklich seltsam, dass so wenig dekoriert wurde. Länge hatte wohl Priorität. Nur die wenigsten Könige lebten wirklich lange, was unter anderem auf die exzessive Inzucht zurückgeführt wird.
Entsprechend seiner Lage ist im Grab wenig los. Wer keine Menschenmassen mag, sollte die entlegeneren Gräber besuchen (KV14, KV15, WV23, KV43, KV47) und den Rest nach 16 Uhr. Das Tal schließt offiziell um 17 Uhr, zwischen 16:40 und 16:45 werden aber bereits die Bürgersteige hochgeklappt.
Dem Aufpasser, der mir die Führung gibt, gebe ich 30 LE. Das scheint für ihn absolut okay zu sein. Ich habe schon andere Reaktionen für mehr Geld und/oder weniger Arbeit gesehen.
KV19 (Montuherchepschef, auch Mentuherkhepeshef)
Das Grab ist geschlossen und sehr kurz. Montuherchepschef war allerdings auch nie König sondern nur Prinz als Sohn von Ramses IX.

Verdammt, schon viertel nach 16. Und ich hab noch drei Gräber vor mir! Zum Glück ist das nächste Grab, KV1, genau so klein wie KV19:
KV1 (Ramses VII.)
Irgendwie finde ich es lustig, dass ausgerechnet das Grab Nummer eins das letzte Grab ist, das mir noch fehlt. Damit habe ich alle gegenwärtig besuchbaren Gräber im Tal der Könige gesehen, mit der erwähnten Ausnahme von WV23. Eine Rückkehr in Tal lohnt sich somit nicht, erst recht nicht bevor ich ein weitwinkligeres Objektiv habe (wobei ich nicht weiß, ob ich eines kaufen will).

Man geht davon aus, dass Grabkammer J ursprünglich Korridor C war. Das würde auch die Breite von Grabkammer J erklären, die nur wenig Breiter als Korridor B und Kammer K sind, wobei letztere auch ursprünglich Korridor D gewesen zu sein scheint. Normalerweise hat ein Grab 10 Bestandteile (Korridore, Kammern, Grabkammer, Säulenhalle, Brunnen usw.), wobei der zehnte die Grabkammer J ist und A der Eingangsbereich (weshalb A hier nie erwähnt wird). Bei KV1 sind nur A, B, J und K vergeben.



Jetzt kommen noch zwei Wiederholungen von Gräbern, bei denen mir beim letzten Mal Bilder fehlten:
KV9 (Ramses V./VI.)
Hier fehlten mir vor allem Bilder aus Grabkammer J:

Und, ach ja, und ich bin jetzt der einzige im Grab. Das kann man dann auch nutzen:



Mein Taxifahrer hat auf mich gewartet und bringt mich zurück zum Schiff.
Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Morgen 7: Chnum-Tempel von Esna, Esna-Schleuse – Auf dem Weg nach unten
Erst geht’s zum Chnum-Tempel 9 Meter runter, dann in der Esna-Schleuse nochmal ca. 6 Meter. Und mit uns unterwegs: Bis zu 5 Boote als Trittbrettfahrer.
Nachts hat unser Schiff in Esna angelegt. Ich bin davon aufgewacht, da ich mein Fenster offengelassen habe. Dies ist jedoch die einzige Anlegestelle links des Nils und zudem halten wir in der zweiten Reihe (hinter der M/S Emilio), sodass die Luft entsprechend schlecht wurde. Also kurz die Klima an und dann weiterschlafen. Die Klima hat leider nur an oder aus (es gibt zwar mehr Stufen, aber 1 ist wie 0, und 2 ist wie 3) und ohne Clima wird es nach etwa 4 Stunden sehr warm in der Kabine, obwohl es draußen nur um die 10 Grad ist.
Chnum-Tempel von Esna
Um 7 Uhr geht es los zum Chnum-Tempel. Das ist nur ein Katzensprung vom Anleger entfernt, nur etwas weiter als in Kom Ombo.

Der Chnum-Tempel liegt etwa 9 Meter unter dem heutigen Straßenniveau im Nilschlamm. Er ist relativ kürzlich restauriert und geöffnet worden, wobei Arbeiten weiterhin anhalten. Große Teile der Innenstadt von Esna liegen über ihm und müssen dann wohl früher oder später weichen (inkl. der hinter dem Tempel liegenden Moschee).

Stolz ist man im Tempel über den Erhaltungszustand der Farben, auch außen.

Auch in der ägyptischen Mythologie gab es eine Art Dreifaltigkeit, bestehend aus dem Vater, dem Sohn und ... der Mutter. Chnum ist jedoch der einzige kinderlose Schutzgott. Dementsprechend fehlt Esna ein Gott.
Der Tempel ist ein relativ neuer Tempel und stammt aus der Römerzeit. Die Bauzeit war mit 250 Jahren schon recht lang.
Nach einer Version (von dreien) der ägytpischen Schöpfungsgeschichte hat Chnum die Menschen getöpfert. Dies wird im Tempel so dargestelt:

Ich hab’s doch immer gesagt: Der Storch bringt gar nicht die Kinder!


Wir bekommen ein bisschen Fotofreizeit. Um 8 Uhr aber wieder auf dem Schiff sein, ja?

Die rechte Seite zeigt exakt dieselben Reliefs, nur spiegelverkehrt, aber die linke kann man von einer Empore mit dem Klo und einer Cafeteria fotografieren, wo sich aber niemand hin verirrt.
Die Führerin einer der Memnon-Gruppen, die gestern auch die Orient-Feier noch (einigermaßen) gerettet hat, hat es nicht eilig und macht noch einen Rundgang durch den nahen Suk.

Wir treffen auf eine deutsche Frau, die 11 Jahre in Hurghada lebte und jetzt seit 4 Monaten den Laden Senet (ein altägyptisches Würfelspiel) in Esna hat. Sie möchte den hiesigen Frauen das traditionelle Nähen beibringen. In Esna gibt es übrigens bereits ein von Frauen betriebenes Restaurant, Okra.

Das Schiff vor uns am Anleger, die M/S Emilio, hat sich zwischenzeitlich aus dem Staub gemacht. Am Ausgang stand, dass sie um 8 Uhr ablegt, es war beim Ablegen aber eher 8:15. Unsere H/S Nile Vision muss daher neu anlegen.

Esna-Schleuse
Diesmal passieren wir die Schleuse bei Tag. Bei der Passage nach Süden haben wir wohl angeeckt, was einige Passagiere aufgeweckt hat.
Bei meiner letzten Passage nach Norden war es ebenfalls Tag, aber heute sind das erste Schiff in der Schleuse. Hinter uns ist die AmaLilia.
Wir ecken dann bei der Ausfahrt an und der Kapitän muss zurücksetzen.
Aber wer ist eigentlich der Kapitän? Am zweiten Abend an Bord war die Vorstellung der Crew angekündigt. Da das Schiff zu dem Zeitpunkt fuhr, meinte ich „Hoffentlich kommt der Kapitän nicht“ – und er kam doch. Wer auch immer das gefahren ist. Jetzt „verlaufe“ ich mich „aus Versehen“ auf dem Sonnendeck (das Schild „Crew only“ ist bei geöffneter Pforte aber auch wirklich schlecht lesbar) und lande bei der Brücke. Dort werde ich sogar freundlich empfangen und darf ein Selfie mit dem Kapitän machen.

Anders als bei meiner letzten Nilkreuzfahrt haben wir diesmal Trittbrettfahrer im Schlepptau. Auf dem Hinweg waren auch schon einzelne dabei. Jetzt haben wir sage und schreibe fünf Boote mit neun Schwarzfahrern, davon ein Boot and einem anderen.

Der Typ im vorderen Boot liegt übrigens drin und spielt am Handy.
Wir kommen vorbei an der JAZ Crown Empress (auch Iberotel Crown Empress) – oder was davon übrig ist. Dort war am 28. Oktober gegen 18:15 Ortszeit ein Feuer im Unterdeck ausgebrochen. Keiner der 220 Passagiere wurde verletzt, aber der drei Crewmitglieder mussten ins Krankenhaus. Der Beschreibung des Ortes des Geschehens im Internet zufolge dürfte das Wrack immer noch da liegen, wo der Kapitän dann aus der Not heraus anlegte.

Etwas südlicher wäre praktischer gewesen, da sind nämlich zwei Nilkreuzfahrtschiffswerften. Zuerst eine für kleinere Dahabiyas:

Die andere nur ein kleines Stück flussabwärts macht solche Schiffe zwar auch, vorwiegend aber die Standard-Nilkreuzfahrtschiffe – 70 lang, 14 breit, 14 hoch, 1,5 tief.

Als ich später wieder auf meinem Zimmer bin, sehe ich an der neuen Anlagestelle einige Kilometer südlich von Luxor die Princess Sarah anlegen, mein Schiff vom letzten Mal. Es gibt sie also immer noch. Es ist nicht wirklich was los da, ich vermute sie kommt von einer Tour und macht jetzt Pause. Allerdings haben wir auch schon in Kom Ombo festgestellt, dass viele Nilkreuzfahrtschiffe mit sehr geringer Auslastung unterwegs sind. Ist jetzt umwelttechnisch und wirtschaftlich nicht so geil. Wobei wir mit Umwelt am besten gar nicht erst anfangen.
Ägypten II Mittag 6: Qubbet el-Hawa (Tombs of the Nobles) Assuan – Die Kuppel des Windes
Wenn der Guide nach wenigen Tagen weiß, was du willst...
Dieser Post entstand taggleich.
Ich werde um 11:05 wie vom Guide vorgeschlagen bei den Gräbern der hohen Beamten von Elephantine (Tombs of the Nobles) rausgelassen. Sie gehören seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe „Nubische Denkmäler von Abu Simbel bis Philae“ – ist aber weder nubisch noch zwischen Abu Simbel und Philae.
Eigentlich habe ich mich gefragt, warum ich schon wieder Die Lange Anna 2 dabei habe. Aber dann setzt sich auf den Zaun ein Spint (Bienenfresser) und die Frage ist geklärt.

Qubbet el-Hawa (Tombs of the Nobles)
Weniger bekannte Sehenswürdigkeiten in Ägypten haben keine eigenen Eintrittstickets. Man kriegt dann ein Ticket aus der Nähe:
- el-Kab: Edfu-Tempel (Erwachsener)
- Elephantine: Philae (Einheimischer/blau)
- Unvollendeter Obelisk: Philae (Einheimischer/blau) und zusätzlich so ein typisches QR-Ticket
- Simeonskloster: Philae (Student)
- Qubbet el-Hawa: Philae (Erwachsener) und zusätzlich Philae (Einheimischer Student/grau)
Ich habe jetzt fünf Philae-Tickets (davon vier veschiedene), obwohl ich nicht einmal in Philae war. Für den Isis-Tempel gab’s übrigens gar kein Ticket.

Ich bekomme eine Führung, für die ich später 200 LE gebe.
QH31 (Sarenput II., auch Sirenput II.)
Sarenput II. war ein Bürgermeister, der laut dem Schild am Eingang des Grabes von 1971 bis 1928 v.Chr. lebte. Er soll Zeitgenosse von König Amenemhet II. gewesen sein, was aber mit den Jahreszahlen nicht ganz hinkommt.
Und Zack, erstmal Stromausfall. Während es auch in KV17 während meines Aufenthalts zwei Stromausfälle für jeweils Sekundenbruchteile gab, dauert der hier einige Minuten.

Das abgesperrte rechts ist übrigens der Opfertisch.


Irgendwie erinnert mich das Grab an Abu Simbel.
QH30b (Anch-nef-itef)
Das Gebiet heißt zwar Gräber der Noblen, aber auch einige nicht ganz so hohe Leute sind hier begraben. Mann erkennt das sofort an den niedrigeren Eingängen. Hier ist ein Beispiel:

QH30 (Hekaib)
Das Grab QH30 ist wieder etwas größer, aber geschlossen. Man kann durch die Tür schauen:

QH25 (Mechu) und QH26 (Sabni)
Mechu ist der Vater von Sabni. Beides sind Bürgermeister. Mechu war zudem „Vorsteher der Fremdländer“ und führte Expeditionen nach Nubien durch. Auf einer davon starb er. Sein Sohn startete einen Suchtrupp und barg den Vater.

Beide Gräber gehören jeweils zu den größten und gehen nahtlos ineinander über. Aufgrund der Größe haben sie auch zahlreiche Säulen.



Da die beiden Gräber jeweils eine eigene Treppe vom Nil herauf haben, geht man davon aus, dass Mechu und Sabni zu den reichsten hier beigesetzten Personen zählen.

Jetzt noch im Schnelldurchgang zwei Gräber, die ich besonders fand:

Zum obigen Bild muss man sagen, dass man sehr viele verschiedene Informationen findet, was für Klöster es da gab und wieso. Die Ruine auf dem vorletzten Bild wird mal als römische Festung und mal als irgendein Kloster und mal als Kloster St. Georg bezeichnet, wobei letzteres auch auf das letzte Bild bezogen wird. Angeblich soll es auch noch ein weiteres Kloster St. Antonius geben. Es ist kompliziert.

Und warum heißt das jetzt hier Qubbet el-Hawa „Kuppel des Windes“? Das liegt daran, dass oben drauf das Mausoleum von Scheich Sidi Ali Bin el-Hawa steht, das wie eine Kuppel aussieht. Die Lebensdaten des Scheichs konnte ich spontan nicht finden.



Nun geht’s zurück zum Schiff auf die andere Seite des Nils. Wie abgemacht ist unser Boot von heute Morgen um 12:30 da. Ich auch.
Mittagessen ist heute erst um 14, weil zu der Zeit die Abu-Simbel-Gruppe zurückerwartet wird. Sie braucht aber etwas länger. Wir legen dann gegen 20 vor 15 ab. Flussabwärts schafft das Schiff immerhin 15 km/h.
Um 16 Uhr ist wieder Tea-Time auf dem Sonnendeck. Es gibt heute Pfannkuchen. Sie sind kalt, während die Schmalzkuchen in den Tagen davor frisch gebacken wurden.
Abendessen ist heute ägyptischer Art. Ich finde es aber nicht so gut.
Um 21 ist ägyptischer Abend. Man sollte als Ägypter verkleidet kommen – ich habe eine Ausrede: Handgepäck. Der Rest nicht, aber trotzdem ist keiner verkleidet.
Einer vom Schiff kündigt dann zwei „Spiele“ an:
- Tanzen. Freiwillige: 0.
- Bauchtanz: Freiwillige: 0.
Abend nach fünf Minuten vorbei.
Nicht ganz, es kommt dann noch die Führerin einer der Memnon-Gruppen als Modetorin. Es findet sich eine handvoll Paare, die tanzen und sich danach mit Klopapier mummifizieren wollen. Preis ist jeweils ein Cocktail.
Um 21:25 ist die Action vorbei. Es läuft noch bis 22 Musik, dann ist Ende. Wir laufen Edfu an, um unseren Reiseleiter Mohamed aufzusammeln, der hier eine Prüfung für Ägyptologie hatte, damit er irgendwann auch Reiseführer sein kann.
Ägypten (Nilkreuzfahrt) II Vormittag 6: Deir Anba Hadra (Simeonskloster) Assuan – Kleine Wüstenwanderung
Sonst haben die Kopten immer historisches Erbe zerstört, aber in diesem Fall wurde ihr Kloster von den Arabern zerstört. Wir schauen uns die Ruinen an.
Dieser Post entstand taggleich.
9 Uhr Abfahrt mit dem Boot. 9 Uhr ist Luxus. Die meisten anderen sind heute schon um halb 5 los nach Abu Simbel. Ich nicht, denn ich war 2023 schon da. Die 110 Euro, die Phoenix dafür möchte, sind auch ganz schön heftig. Aus Gruppe Seth fährt auch niemand mit, denn ansonsten hätte man den Ausflug zum Simeonskloster nicht. Memnon hätte ohne Abu Simbel aber heute gar kein Programm.
Unterwegs sagt mir der Guide, der offenbar wegen gestern weiß, dass ich mir gerne viel ansehe, er könne mich auf dem Rückweg bei den Gräbern der Adligen (Qubbet el-Hawa „Kuppel des Windes“) rauslassen. Das passt gut, denn die fehlen mir noch.
Deir Anba Hadra (Simeonskloster)

Wir steigen direkt rechts neben dem Anwesen von Aga Khan III. aus, in dem nach einem Tod vor einem halben Jahr jetzt seine Frau Brigitte alleine wohnt. Von dort gibt es zwei Optionen: Kamel und zu Fuß. Ich gehe als einziger (außer dem Guide) zu Fuß. Die anderen fünf reiten. Der siebte Teilnehmer ist, wie bisher bei allen Ausflügen außer Kom Ombo, nicht dabei.

Weit ist der Weg nicht – die Gehzeit beträgt lediglich 10 Minuten.
„Simeonskloster“ ist eigentlich falsch. Der offizielle Name lautet Deir Anba Hadra. Anba Hadra war Einsiedler und später Bischof des heutigen Assuan. Die Anlage wure 571 erbaut und der koptische Heilige Simon der Geber/Schuhmacher lebte erst Ende des 10. Jahrhunderts. Das Kloster wurde 1321 von den Arabern zerstört, aufgegeben und nicht wieder aufgebaut. Es befindet sich jedoch ein neues Kloster direkt daneben, das den gleichen Namen trägt, zu dem man aber sehr wenig im Internet findet.


Die Ruine wird, da das Kloster aus ungebrannten Nilschlammziegeln errichtet wurde, bei Regen beschädigt. Die auf dem Bild an den Wänden sichtbaren „Schlammschäden“ an der Basilika stammen von einem starken Regen aus dem Jahr 2021. Es regnet in der Region etwa einmal alle 5 Jahre.
Wir gehen in einen Nebenraum der Basilika, der Grotte genannt wird und zahlreiche Heiligenbilder in sehr schlechtem Zustand enthält. Gemäß einem koptischen Ritus schreiben die Leute Wünsche auf Zettel, falten sie und stecken sie hier in die Ritzen der Wand.

Wir dürfen – wobei, „dürfen“ ist das falsche Wort – uns noch die Beichtkammer hinter dem Naos ansehen. Dann geht es auf die obere Ebene.

Die Zellen dienten durchziehenden Gästen als Nachtquartier. Entsprechend finden sich dort zahlreiche Graffitis. In der Nähe befindet sich auch die Küche. Anschließend gehen wir noch weiter im oberen Teil herum.

Nach nicht mal einer Stunde ziehen wir auch schon wieder vondannen.


geschrieben von Janni